„Werte waren von Anfang an prägend“

Michael Königs begleitet das Netzwerk seit 2012 – als Mitglied im Arbeitskreis Marketing und als Fotograf bei Veranstaltungen. Warum das Netzwerk gerade für Einzelunternehmer wie ihn attraktiv ist, erzählt er im Interview.

Michael, du bist seit 2012 Mitglied im Netzwerk. Wie sah dein erster Berührungspunkt aus?

Ich hatte René Mühlroth* bei einem Event kennengelernt und er hat mich dann zu einem Netzwerktreffen eingeladen. Dort lernte ich Unternehmerinnen und Unternehmer kennen, die etwas für ihren Kiez bewegen wollten und Akzente setzen wollten. Das hat mich begeistert und überzeugt. So konnte ich mich beim nächsten Event als neues Netzwerkmitglied mit meinem Unternehmen Königs-Fotografie vorstellen.

Was macht das Netzwerk für dich attraktiv?

Schon nach dem ersten Treffen war für mich klar: Das ist mein Ding. Ich habe dort die Möglichkeit gefunden, mich mit anderen auszutauschen – gerade als Einzelkämpfer ist das sehr wertvoll. Wenn man viel alleine arbeitet, braucht es Orte, an denen man Menschen trifft, Perspektiven teilt und gemeinsam weiterdenkt.

Wie würdest du das Netzwerk beschreiben?

Es ist kein klassisches Business-Netzwerk, das auf direkte Aufträge ausgerichtet ist. Es geht vielmehr darum, gemeinsam etwas im Kiez zu bewegen, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und Haltung zu zeigen – gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Diese Werte waren von Anfang an prägend.

Welche Phasen oder Projekte im Netzwerk waren für dich besonders prägend?

Ein sehr wichtiger Abschnitt war die Arbeit mit Geflüchteten ab 2015. Damals hat das Netzwerk ganz konkret unterstützt – mit Sprachkursen, Integrationsangeboten und später auch mit Jobbörsen, um Menschen in Praktika, Ausbildung und Arbeit zu bringen.

Auch für das Ringpraktikum habe ich mich sofort begeistert: Junge Menschen zwischen 15 und 17 Jahren konnten dabei verschiedene Bereiche kennenlernen – von Metallverarbeitung über Elektronik und Design bis hin zu kaufmännischen Aufgaben wie Angebot und Abrechnung. Ziel war es, echte Arbeitsprozesse erfahrbar zu machen und berufliche Perspektiven zu eröffnen. Ich habe dieses Projekt auch fotografisch begleitet.

Gab es ein Netzwerk-Highlight oder einen Moment, der dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Ein großer Meilenstein war 2016. Das Netzwerk wurde für sein Engagement in der Integrationsarbeit ausgezeichnet und für einen europäischen Wettbewerb nominiert. Als Delegation waren wir in Bratislava und haben dort den Vize-Award erhalten. Besonders eindrücklich war der internationale Austausch – Menschen aus vielen Ländern an einem Tisch, mit ähnlichen Themen und Erfahrungen.

Was wünschst du dir für die Zukunft des Netzwerks?

Mir ist wichtig, dass die Grundwerte des Netzwerks nicht verloren gehen. Mit Initiativen wie „Democracy Nuggets“ geht es darum, demokratische Werte sichtbar zu machen und zu stärken. Demokratie lebt davon, dass Menschen sich informieren, austauschen und Verantwortung übernehmen – auch im beruflichen Umfeld.

* Vorstandsmitglied

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