„Wir möchten Verantwortung übernehmen“

Netzwerkmitglied Schindler zeigt am 20. September, wie gelebtes Engagement aussieht: Der Aufzugbauer öffnet seine Räume als Wahllokal für die Berlin-Wahl. Ein Interview mit Marketingleiter Jan Steeger.

Jan, wie ist es dazu gekommen, dass Schindler die zwei Wahllokale betreibt? 

Das Bezirksamt hat bei uns angefragt, weil es in unserer Gegend Wahllokale benötigt werden. Für uns war schnell klar, dass wir mit unserem Standort einen Beitrag leisten können. Als Unternehmen sind wir fest in Berlin verankert und verstehen uns als Teil der Gesellschaft. Deshalb stellen wir unsere Räumlichkeiten gerne zur Verfügung.

Welche Vorgaben musstet ihr erfüllen?

Die Anforderungen wurden von den zuständigen Wahlbehörden klar definiert. Dabei ging es insbesondere um die Zugänglichkeit der Räumlichkeiten, Sicherheitsaspekte sowie die organisatorischen Voraussetzungen für einen reibungslosen Ablauf am Wahltag. Auch wenn Barrierefreiheit keine Vorgabe des Bezirkswahlamts ist, können wir in unserem Gebäude auch mobilitätsbeeinträchtigten Personen Zugang zum Wahllokal ermöglichen.

Welche Erfahrungen habt ihr in der Vorbereitung gemacht? 

Die Vorbereitung war sehr partnerschaftlich und professionell organisiert. Natürlich erfordert die Bereitstellung von Räumlichkeiten etwas Planung und Abstimmung – insbesondere weil die Wahl ja am Sonntag stattfindet, wo unser Gebäude normalerweise geschlossen ist. Der Aufwand ist jedoch gut beherrschbar. Unsere bisherigen Erfahrungen sind durchweg positiv. Deshalb können wir anderen Unternehmen durchaus empfehlen, sich mit dieser Möglichkeit auseinanderzusetzen und zu prüfen, ob sie einen ähnlichen Beitrag leisten können.

Was verspricht sich Schindler davon?

Unser Engagement ist nicht von einer direkten Gegenleistung geprägt. Wir möchten Verantwortung übernehmen und einen Beitrag zum Gemeinwesen leisten. Wenn wir dazu beitragen können, den Zugang zur Wahl zu erleichtern und demokratische Prozesse praktisch zu unterstützen, dann ist das für uns bereits ein wichtiger Erfolg. Darüber hinaus möchten wir unseren Nachbarn aber auch die Möglichkeit bieten, einmal einen Blick in unsere Firmenzentrale zu werfen und sich über ringberlin zu informieren, einem neuen Resilienz- und Innovations-Campus für Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Start-ups, der auf dem Schindler-Gelände in Alt-Mariendorf entsteht.

Seht ihr bei Schindler dieses Engagement auch als Beitrag zur Demokratiestärkung?

Ja, definitiv. Demokratie lebt davon, dass möglichst viele Menschen die Möglichkeit haben, sich einzubringen und ihre Stimme abzugeben. Unternehmen sind Teil der Gesellschaft und können ihren Beitrag dazu leisten, demokratische Prozesse zu unterstützen. Die Bereitstellung von Wahllokalen ist dafür ein ganz konkretes Beispiel.

Warum ist euch dieses Thema so wichtig?

Als internationales Unternehmen stehen wir für Offenheit, Vielfalt, Respekt und gesellschaftliche Verantwortung. Menschen Teilhabe zu ermöglichen, ist zudem unser Selbstverständnis und der Wesenskern unserer Produkte und Dienstleistungen. Ohne Aufzüge und Fahrtreppen könnten viele Menschen im urbanen Raum gar nicht an demokratischen Prozessen teilnehmen. Für uns gehört verantwortungsvolles Handeln daher nicht nur zum wirtschaftlichen Erfolg, sondern auch zu unserer Rolle als Unternehmen in der Gesellschaft.

Wie sich das Netzwerk Großbeerenstraße für die Demokratie einsetzt, lesen Sie hier.